KV Schiene-Straße

Definition

Die Definition des Kombinierten Verkehrs (KV), welche die Europäische Union (EU), die Europäische Konferenz der Verkehrsminister (CEMT) sowie die UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN/EWG) gemeinsam gewählt haben, lautet folgendermaßen:

„Intermodaler Verkehr, bei dem der überwiegende Teil der in Europa zurückgelegten Strecke mit der Eisenbahn, dem Binnen- oder Seeschiff bewältigt und der Vor- und Nachlauf auf der Straße so kurz wie möglich gehalten wird.“

Vorteile

Die Tätigkeit der UIRR s.c., die sich aus Mitgliedsgesellschaften und einem Verbindungsbüro in Brüssel zusammensetzt, betrifft die Kombination von hauptsächlich Schiene und Straße.

Dadurch werden die Vorteile dieser beiden Verkehrsträger zu einem harmonischen Ganzen vereint: einerseits die Möglichkeit der Eisenbahn auf langen Strecken große Gütermengen auf einmal zu befördern und andererseits die Flexibilität der Straße bei der Verteilung auf regionaler Ebene.

Beim unbegleiteten Verkehr werden die Güter in genormten Wechselbehältern, Containern oder Sattelanhängern befördert, wobei nur diese Ladeeinheiten in den dazu konzipierten Umschlagbahnhöfen, die man auch Terminals nennt und welche die Schnittstelle zwischen den beiden betroffenen Verkehrsträgern bilden, umgeschlagen werden.

Beim begleiteten Verkehr fährt das komplette Straßenfahrzeug, d.h. auch das Motorfahrzeug, aus eigener Kraft auf einen speziellen Wagon, wobei der Fahrer den Transport in einem besonders ausgestatteten Schlafwagen begleitet.

 

KV Kette und Akteure

Beim KV ist die Zusammenarbeit mehrerer Partner erforderlich. Es handelt sich dabei hauptsächlich um:

  1. die Infrastrukturbetreiber (IM), die den Benutzern mittels Gebühr das Schienennetz zur Verfügung stellen ;
  2. die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), die Schienentraktionsleistungen anbieten ;
  3. die KV-Operateure, die bei diesen EVU Verkehrskapazitäten – von einer einzelnen Ladeeinheit (Streuverkehr) bis zum Ganzzug – kaufen ; sie setzen ungefähr die Hälfte der benötigten Wagons ein, die andere Hälfte stellen die EVU ;
  4. die Terminalbetreiber, bei denen es sich – je nach Fall – um einen KV-Operateur, ein EVU oder um eine lokale Gesellschaft handelt.
  5. die Kunden – Straßentransporteure, Spediteure, Logistikunternehmen - die die Ladeeinheiten am Abfahrtsumschlagsbahnhof aufliefern und am Empfangsterminal abholen*.

Unter Berücksichtigung dieser verschiedenen Elemente arbeiten die KV-Operateure ihr ein- oder mehrjähriges Grundprogramm in Form eines Fahrplan- und Preiskatalogs aus. Es werden aber auch detaillierte Angebote auf spezifische Anfragen hin erstellt. Sie vermarkten entweder Transporte von Terminal zu Terminal für Logistikunternehmen, Spediteure oder Reedereien, wobei der Vor- und Nachlauf von den Kunden auf der Straße sichergestellt wird, oder die gesamte Transportkette vom Verlader bis zum Empfänger.

 

KV als dynamischster Markt

Der KV wird als dynamischster Gütertransportmarkt in Europa angesehen. Durch ihn werden die EVU am sichersten von der steigenden, aus voranschreitendem Wirtschaftswohlstand und EU-Erweiterung resultierender Verkehrsnachfrage profitieren. Zudem trägt der KV-Schiene-Straße im Vergleich zum Straßen- und Kurzstreckenseeverkehr zum verminderten Ausstoß von Schadstoffen und zur Energieeinsparung bei.

Im Bereich Gütertransport ist die Entwicklung des KV die bedeutendste Strategie in der Transport- und Umweltpolitik der EU-Mitgliedstaaten.

Auf europäischer Ebene wird dieses Verkehrskonzept verdientermaßen durch die Umsetzung verschiedener unterstützender Bestimmungen gefördert, wie z. B. die Ausarbeitung und Beibehaltung von Rahmenbedingungen zur Sicherstellung eines gleichberechtigten Zugangs zum Verkehrsmarkt.

Entsprechende Dokumente
Terminologie des Kombinierten Verkehrs DE EN FR RU